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Barmherzigkeit und Nonnenschopf

Bilder von der Stadtführung

In der Sommerpause bot Gisela Raunecker für interessierte Sängerinnen und Sänger eine Stadtführung in Biberach an. So versammelten sich am 26.7.2019 um 16:00 Uhr 19 Personen im Spitalhof. Zuerst wurde die Evangelische Spitalkirche, ehemals Krankensaal der Männer des Spitals, besichtigt. Das prächtige Deckengewölbe mit seinen Stern- und Netzrippen (seit 1472) und die eindrucksvollen Schlusssteine erinnern mit ihrer Darstellung der „Werke der Barmherzigkeit“ an die einstige Krankenstube.
Im Museum am Stadtmodell (1643) erfuhren wir die Stadtgeschichte der ehemaligen freien Reichsstadt. Zur Zeit der Reformation stand in der Stadt Biberach eine überwiegend protestantische Bevölkerungsmehrheit von etwa 90 % einer römisch-katholisch verbliebenen Adelsschicht von etwa 10 % gegenüber.
Weiter ging es, vorbei an am Kath. Gemeindehaus St. Maria, hier war ehemals die Lateinschule, zur Stadtpfarrkirche St. Martin.
Die Stadtpfarrkirche wurde Ende des 14. Jh. im gotischen Stil als dreischiffige Basilika erbaut. Seit 1548 bis in die heutige Zeit wird die Kirche als Simultankirche von beiden Konfessionen genutzt, somit zählt sie heute zu den ältesten noch bestehenden Simultankirchen Deutschlands. Nach einem Brand im Jahre 1584 erhielt der wuchtige Turm seine Welsche Haube. Von 1746 bis 1748 erfolgte eine durchgreifende Umgestaltung des Inneren im barocken Stil. Die Kanzel ist noch gotisch. Die Deckengemälde haben Themen, die für beide Konfessionen tragbar waren. Das gilt vor allem für das Kirchenschiff, der Chor blieb rein römisch-katholisch mit einem römisch-katholischen Bildprogramm. Das Hauptschiff ist im gemeinsamen Besitz der beiden Kirchengemeinden, einzelne Räume der Kirche sind konfessionell zugeordnet: Der Chor mit seinen Seitenkapellen und die Sakristei ist den Katholiken überlassen, der Nonnenschopf seit 1967 den Evangelischen. Hier befindet sich die evangelische Sakristei. Seinen Namen hat der „Nonnenschopf“ von den Gräbern der Franziskanerinnen, die sich unter dem Nonnenschopf befanden. Bis heute feiern in der Kirche St. Martin die evangelischen wie auch die katholischen Gläubigen Gottesdienste und Messen.
Weiter ging es mit einen Spaziergang über den Marktplatz. Hier kann man noch heute an den Madonnenfiguren sehen, welche Häuser/Geschäfte katholisch waren. So kauften die Leute früher im katholischen oder im evangelischen Geschäft ein.
Nächste Station war der Schadenhof. Das Gebäude wurde von Euphrosine Schad in der heutigen Form errichtet. Sie heirate den Hans Philipp Schad von Mittelbiberach (1505-1571), nachdem dessen erste Ehefrau verstorben war. Sie gebar 12 Kinder, zehn Mädchen und zwei Jungen. 1571 starb ihr Gatte. Der Schadenhof in Biberach, seit 1422 im Besitz der Familie, sollte Euphrosine zunächst als Wohnsitz dienen. Sie residierte aber auf Schloss Warthausen. Sie wurde 98 Jahre alt.
Die letzte Station war der Alte Postplatz. Dort befindet sich heute das Amtsgericht im Gebäude eines ehemaligen Franziskanerinnenklosters. Erbaut 1697, wurde das Kloster nach der Säkularisation 1806 aufgehoben und kurzzeitig in eine Kaserne verwandelt. Ab 1812 war es ein Thurn und Taxisches Postgebäude.
Die interessante Stadtführung endete mit einer Einkehr in der Eisdiele.

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